Java Forum Stuttgart 2017: Erfahrungsbericht

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Das Java Forum Stuttgart 2017 war für mich die letzte Konferenz für die nächsten zwei Monate. Bei hochsommerlichen Temperaturen gab es wie immer mehr Vorträge anzuhören, als man Slots besuchen konnte 🙂 . Das ist immer sehr erfreulich!

Die Organisation war schon im Vorfeld sehr gut. Da ich diesmal einen Pecha Kucha Vortrag halten durfte, war die Vorbereitung auch nicht ganz so zeitintensiv. Oliver Böhm, unser Betreuer für diesen Slot, war sehr sorgfältig und versorgte uns mit allen Informationen. Ein herzliches Dankeschön dafür.

Erster Vortrag: ReactiveX mit RxJava

Jan Blankenhorn hat in seinem Vortrag zuerst die reaktive Programmierung erläutert, in der es hauptsächlich um Futures/Promises/Observables und Operatoren geht, die auf den Observables ausgeführt werden. Anhand einiger Codebeispiele inklusive Livecoding hat er die grundlegenden Eigenschaften in Java vorgestellt. Interessant war das Fazit, dass reaktive Programmierung eine leistungsfähige Technik ist. Sie bringt aber auch ihre eigenen Herausforderungen mit. Man sollte sich also überlegen, ob es nötig ist, sie einzusetzen.

ReactiveX_mit_RxJava_Jan_Blankenhorn
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Zweiter Vortrag: Don’t look back in anger – Wie uns Historienanalyse dabei hilft unsere Entwicklung zu verbessern

Dr. Dennis Pagano hat gezeigt, wie man mit der Historienanalyse eines Repositories Aufschluss darüber bekommt, wo sich eventuelle Klone im Code befinden. Mit diesen Erkenntnissen kann der Entwickler, der einen Klon editiert durch ein Tool darauf hingewiesen werden, wo sich ein Klon befindet, der potentiell geändert werden müsste. Außerdem kann man durch Historienanalyse auch feststellen, wo Entwicklungshotspots sind oder Wissenssilos entstanden sind. Prädikat: sehr nützlich!

Historienanalyse_Dennis_Pagano
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Dritter Vortrag: Property Based Testing

Nicolai Mainiero stellte die Methode des Property Based Testing ausführlich und wirklich gut verständlich vor. Property Based Testing beruht auf sogenannten Wahrheiten wie zum Beispiel bei einer Addition das Kommutativgesetz. Er ging außerdem darauf ein, wie man bei komplexeren Problemstellungen die Properties ableitet. Herauszuheben war die Fachkompetenz und Klarheit, mit der der Sprecher Fragen beantwortete!

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Vierter Vortrag: Bis an den Abgrund – und zurück: Aufstieg, Krise und Rettung einer (gar nicht so) hypothetischen Software

Gernot Starke hat eine Geschichte einer fiktiven Firma und ihrem Produkt Venom erzählt. Dabei ging er auf die typischen Probleme einer gewachsenen Software ein, wie Datenhaltungsalat, Integrationsprobleme mit Dienstleistern und der Nicht-Nachvollziehbarkeit von Fehlern. Das führt zu Frust bei Entwicklern und schmälert den Gewinn. Durch den Versuch mit der bimodalen IT will man das System erneuern, scheitert aber zwangsläufig. Erst die schrittweise Modernisierung mit Aufteilung des Monolithen, DDD und agilem Vorgehen bringt die Lösung. Gepaart mit dem Witz von Gernot Starke war der Vortrag ein echtes Highlight.

Hinweis: Das Ganze gibt es zum Nachlesen auf venom-story.org.

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Fünfter Vortrag: The League of Extraordinary Anti-Patterns

Dirk Fauth und Dr. Stefan Schlott stellten eine ganze Reihe von Anti-Pattern-Superhelden vor. Darunter Captain Static, Kid Singleton und noch einige mehr. Auf lustige Weise mit teilweise haarsträubenden Codebeispielen brachten sie das Publikum einige Male zum Schmunzeln. Diese haben sie sich natürlich nur ausgedacht – anhand realer Vorlagen 😉 . Mein persönlicher Favorit war die Singleton-Singleton-Factory.

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Pecha Kucha Session

Die Pecha Kucha Session beinhaltete neben Vorträgen von Oliver Böhm, Jan-Paul Buchwald, Markus Harrer und Michael Wiedeking auch einen Beitrag von mir. Die Sessions waren unterhaltsam. Auch die Themenauswahl war bunt gemischt mit teilweise philosophischen Denkanstößen von Markus Harrer und Michael Wiedeking. Während Oliver Böhm einen chronologischen Rückblick rückwärts über die letzten 20 Jahre JFS gab. Jan-Paul Buchwald hielt es da eher technisch mit einem Vorschlag zur REST-API Dokumentation mit Swagger und AsciiDoc. Ich war bei allen Sprechern erstaunt, wie sich komplexe Zusammenhänge so schlüssig in 6:40 Minuten packen ließen. Das Format scheint auch auf viel Gegenliebe zu stoßen, da der Saal gut gefüllt war. Dementsprechend nervös war ich auch, da es das bisher größte Publikum meiner Sprecherlaufbahn war. Trotzdem lief es erstaunlich gut, so war jedenfalls mein Eindruck 😉 .

Fazit

Das Java Forum Stuttgart 2017 war für mich eine mehr als gelungene Konferenz. Alle Vorträge in denen ich war, waren sehr gut bis exzellent. Danke an Oliver Böhm für die super organisierte Pecha Kucha Session und an den Rest der Organisatoren für eine tolle Konferenz!

Bis hoffentlich nächstes Jahr!