Clean Code: Meine Erfahrungen im roten Grad

Posted by in clean code

Meine Arbeiten am roten Grad habe ich inzwischen abgeschlossen. Wie erwartet war es relativ einfach, diesen Grad zu meistern, da ich ihn schon länger beachtet hatte. Trotzdem hat es mir viel gebracht, mehr darüber zu reflektieren. Aber ich habe doch ein paar kritische Augenblicke gehabt, über die ich berichten will.

Das DRY-Prinzip war mir schon länger vertraut, da ich schon immer versucht habe es einzuhalten (nicht immer mit Erfolg). Bewusst noch einmal den Fokus darauf zu legen hat mir tatsächlich etwas gebracht. Zweimal war ich in Versuchung es bequemlichkeitshalber zu verletzen. Zum Glück habe ich mich dann doch entschlossen, die benötigte Funktionalität eines ResultSetExtractors für Spring in eine eigene Klasse auszulagern. Es ist sehr wahrscheinlich, dass ich das noch einmal brauchen werde!

KISS war mir nur so wage ein Begriff. Etwas so einfach wie möglich zu halten ist natürlich schön und gut. Das hatte ich bis jetzt immer auch angestrebt. Manchmal stellt man sich aber auch ein Bein damit. Man sollte nämlich genau überlegen, ob eine etwas generischere Lösung sinnvoller ist, denn genau eine einfache Lösung hat mir einen Haufen Arbeit beschert, da sie abstrahiert werden musste. Wahrscheinlich hatte ich das bei meinem ursprünglichen Design nicht bedacht. Da passt wirklich der Spruch „Alles sollte so einfach wie möglich gemacht werden, aber nicht einfacher.“

Das Liskovsche Substitutionsprinzip habe ich bereits ohne es zu wissen eingehalten, indem ich nicht mehr als eine Vererbungsstufe einsetze und gegen Interfaces programmiere 😉

Die Pfadfinderregel zusammen mit der Root Cause Analyse ist so ziemlich das mächtigste Werkzeug was ich aus dem roten Grad mitnehme. Inzwischen packe ich so ziemlich jeden Code an und versuche ihn zu verbessern, sobald sich die Gelegenheit bietet. Das ist mir in den 21 Tagen vollends ins Blut übergegangen. Ich hoffe aber, dass es mir durch „Lesen,Lesen,Lesen“ irgendwann leichter fällt die richtigen Refaktorisierungen in jeder Situation anzuwenden.

Mal sehen wie der Orangene Grad wird. Jedenfalls werde ich dort länger verbringen, denn bereits das SLR-Prinzip ist sehr schwer umzusetzen…