Ausbilderqualifikation in Vollzeit bei der IHK Würzburg-Schweinfurt

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Seit Anfang April bin ich stolzer Besitzer einer Prüfungsurkunde laut AEVO. Damit bin ich qualifiziert, Fachinformatiker ausbilden zu können. Falls Interessse an einer Ausbildung besteht gehts hier zu der Seite meines Arbeitgebers MULTA MEDIO Informationssysteme AG.
Wie der Unterricht und die Prüfungen abgelaufen sind, werde ich in den nächsten Absätzen beschreiben.

1. Woche

Nach einem langgezogenen Papierkrieg und vielen Unterschriften wurden wir nach einer kurzen Vorstellungsrunde von unserer engagierten Dozentin Frau Münch in Gruppen aufgeteilt. Wir sind ein bunter Haufen bestehend aus einem Informatikkaufmann, einer Hotelfachfrau, einem Restaurantfachmann, einer Verwaltungskauffrau und mir. Die Chemie bei uns fünf stimmt eigentlich von Anfang an und auch die Gesamtgruppe scheint voll in Ordnung. Leider war der Tag auch schon vorbei nachdem wir unsere Firma „gegründet“ hatten, die uns als Grundlage für die nächsten zwei Wochen dienen soll.

Den Rest der Woche geht es vor allem um Lerntechniken, Konfliktlösung, Ablauf der Ausbildung usw. Einige Dinge wie die verschiedenen Lerntypen sind mir schon bekannt. Interessant ist das Kapitel Motivation. Am dritten Tag werden drei Unterweisungen, so wie sie in der Prüfung ablaufen sollen, vor der gesamten Gruppe durchgeführt und anschließend besprochen. Ehrlich gesagt habe ich mir das einfacher vorgestellt. Die Prüfer achten laut unserer Dozentin penibel auf die Einhaltung der modifizierten 4 Stufen Methode. Für die spätere mündliche Prüfung war das fast der wichtigste Tag. Außerdem erhält man ein Beispiel an dem man sein eigenes Unterweisungskonzept anfertigen kann. Sehr nützlich und hilfeich.

Erwähnenswert ist außerdem das Kapitel Konfliktlösung, das unterhaltsam und lehrreich von Herrn Schnurrer drchgeführt wurde. Wie eigentlich bei allen Lerneinheiten wurden Präsentationen und praktisches Üben in den Vordergrund gestellt. So durfte ich ein sogenanntes Fragend-Entwickelndes-Lehrgespräch mit unserem fiktiven Azubi, aus der am ersten Tag gegründeten Firma, führen.

Zum Abschluss der Woche stand die schriftliche Prüfungsvorbeireitung an. Dazu wurden in Einzelarbeit Prüfungaufgaben bearbeitet. Die Fragestellung und die Antworten sind teilweise schon sehr verwirrend. Das sollte man vorher unbedingt gesehen haben.

Fazit der Woche: Einiges hätte man straffen können. Theoretisch wären 4 Tage ausreichend gewesen. Gerade im Hinblick auf praktischs Üben und Prüfungsvorbereitung lohnt sich der Lehrgang alle Mal.

2. Woche

Die zweite Woche wurde bis zum Donnerstag Nachmittag von Frau Schnurrer gehalten. Leider war sie gesundheitlich dann so angeschlagen, dass sie den Unterricht an Michael Siewers abgeben musste. Dieser machte aufgrund mangelnder Vorbereitung Prüfungsvorbereitung, was zum Glück keinen Beinbruch darstellte. Frau Schnurrer hatte den Stoff nämlich bereits duchbekommen. Den Freitag hätte man sich dann auch sparen können.

Nichtsdestotrotz war die zweite Woche interessant. Gerade die ersten beiden Tage, in denen es um grundlegende rechtliche Dinge, wie Arbeitszeiten, Berufsschule und Arbeitsschutz ging.

Meiner Meinung nach sparen können, hätte man sich die Bewerbungsgespräche, die wir probehalber durchführen sollten. Diese waren zwar unterhaltsam, aber ich denke, man sollte einfach bei Vorstellungsgesprächen im eigenen Unternehmen dabei sein. Dort lernt man wahrscheinlich sogar mehr. Prüfungsrelevant war dann aber wieder, was in Arbeitszeugnissen stehen darf und was nicht.

Fazit der 2. Woche: Auch hier hätte man sich einen Tag sparen können. Gerade im Umgang mit dem Gesetzestext und im Hinblick auf die schriftliche Prüfung hat es sich aber durchaus gelohnt.

Die praktische/mündliche Prüfung

Da ich zu Verschwiegenheit über die Inhalte der Prüfung verpflichtet bin, kann ich nur den Ablauf beschreiben. Man wartet vor der Türe, bis der Prüfling vor einem herauskommt. Dieser schiebt normalerweise den Tisch mit aus dem Zimmer heraus, auf dem man dann selbst seine Unterweisung vorbereiten kann. Anschließend wird man hereingebeten und bekommt eine Erklärung, wie das Ganze abläuft. Die Atmosphäre war relativ entspannt und nach 1-2 Minuten habe ich jede Anspannung verloren. Die Unterweisung lief fast perfekt, auch dank meiner kompetenten Azubine (gespielt von einer Prüferin). Die Fragen waren anschließend etwas komisch gestellt, aber sie sind machbar. Keiner will hier einem etwas Böses.

Mein Unterweisungskonzept habe ich hier hochgeladen..

Schriftliche Prüfung

Nachdem ich in den Probebögen schon gut war, habe ich mir hier mehr erhofft. Die Situation mit ca. 60 weiteren Prüflingen in einem Raum zu sein hat mich doch etwas Nerven gekostet. Die Prüfungsfragen waren ähnlich wie die Vorjahresfragen. Leider gab es zwei Aufgabenblöcke, die selbst mit Gesetzestext nicht wirklich zu lösen waren. Wenn man sich ordentlich vorbereitet hat, ist die Prüfung aber zu schaffen. Für eine gute Note hats dann knapp nicht gereicht, aber schriftliche Prüfungen sind nicht so meine Sache. Dafür bin ich dann schon zufrieden.

An dieser Stelle möchte ich mich auch noch bei meinem Arbeitgeber bedanken, der mir den AEVO-Schein ermöglich hat.

Fazit

Der Ausbilderlehrgang lohnt sich meiner Meinung nach, da er gut auf die Prüfungen vorbereitet. Besonders gefallen haben mir die praktischen Übungen. Zwar haben sie mich etwas Überwindung gekostet, aber danach hatte ich mehr Sicherheit, dass ich das doch kann :).